Drug Delivery Devices sicher verpacken: Anforderungen an Handling, Assemblierung und Verpackung 

Moderne Arzneimittel werden zunehmend über unterschiedliche Applikationssysteme verabreicht. Neben klassischen Primärbehältnissen wie Vials und Ampullen kommen vorgefüllte Spritzen, Cartridges, Pens und Autoinjektoren zum Einsatz. Diese Produktkonfigurationen stellen spezifische Anforderungen an Handling, Assemblierung und Sekundärverpackung. 

Für die pharmazeutische Verpackung bedeutet dies, dass neben dem Schutz des Primärbehältnisses auch die korrekte Zusammenführung verschiedener Komponenten und eine an das jeweilige Produkt angepasste Prozessgestaltung berücksichtigt werden müssen. Dabei spielen insbesondere kontrollierte Materialflüsse, definierte In-Prozess-Kontrollen und geeignete Verpackungskonzepte eine Rolle. 

Unterschiedliche Formate und Komponenten 

Drug Delivery Devices und parenterale Arzneimittel können aus unterschiedlichen Primärbehältnissen, Applikationssystemen und Zubehörteilen bestehen. Je nach Produkt ergeben sich daraus unterschiedliche Anforderungen an Zuführung, Vereinzelung, Assemblierung, Kennzeichnung und Konfektionierung. 

Mögliche Produkt- und Komponentenbereiche umfassen: 

  • Parenterale Primärbehältnisse: Vials, Ampullen, vorgefüllte Spritzen und Cartridges 
  • Drug Delivery Devices: Pens, Autoinjektoren, Inhalatoren und Infusionssysteme 
  • Zubehör und Komponenten: Sicherheitsnadeln, Pen-Nadeln, Standardnadeln, Vial-Adapter und weitere produktspezifische Komponenten 
  • Kombinationsverpackungen: Zusammenführung mehrerer Komponenten innerhalb einer definierten Sekundärverpackung 

Die konkrete Prozessgestaltung richtet sich dabei nach Produkt, Verpackungskonfiguration und den jeweiligen Qualitätsanforderungen. 

Handling empfindlicher Primärbehältnisse 

Insbesondere bei Glasbehältnissen und empfindlichen Injektionssystemen ist die mechanische Belastung während der Verarbeitung zu berücksichtigen. Zuführung, Transport und Einlegeprozesse sollten so gestaltet sein, dass Beschädigungen am Primärbehältnis und an empfindlichen Komponenten möglichst vermieden werden. 

Dabei können automatisierte Zuführ- und Pick-and-Place-Systeme sowie definierte Prozessparameter eingesetzt werden. In-Prozess-Kontrollen unterstützen zusätzlich die Prüfung von Komponenten und Verpackungseinheiten. 

Die eingesetzten Prüfungen und Prozessschritte werden dabei entsprechend dem jeweiligen Produkt und der Verpackungskonfiguration festgelegt. 

Device Assembly und kombinierte Verpackungskonzepte 

Bei komplexeren Arzneimittelkonfigurationen kann neben der eigentlichen Sekundärverpackung auch die Zusammenführung von Primärbehältnis, Applikationssystem und Zubehör erforderlich sein. 

Beim Device Assembly werden verschiedene Komponenten entsprechend der jeweiligen Produktspezifikation zusammengeführt. Dazu können beispielsweise vorgefüllte Spritzen mit Applikationskomponenten oder Vials mit geeigneten Adaptern und Zubehör kombiniert werden. 

Optische Prüfsysteme und definierte In-Prozess-Kontrollen können dabei unterstützen, die korrekte Zusammenstellung und Vollständigkeit der jeweiligen Verpackungseinheit zu überprüfen. 

Flexible Verpackung für unterschiedliche Produktkonfigurationen 

Eine flexible Verpackungsinfrastruktur kann dazu beitragen, unterschiedliche Produkt- und Verpackungskonfigurationen innerhalb standardisierter Qualitätsprozesse abzubilden. 

Für den neuen Standort von Complex Pharmaceuticals in Traiskirchen sind entsprechende modulare Anlagen- und Verpackungskonzepte vorgesehen. Je nach Produktanforderung können dabei unterschiedliche Formate, Primärbehältnisse und Komponenten berücksichtigt werden. 

Mögliche Prozessschritte umfassen beispielsweise: 

  1. Komponentenzuführung: Geordnete Bereitstellung und Zuführung der jeweiligen Primärbehältnisse und Zubehörteile. 
  1. Kennzeichnung: Aufbringen produkt- und marktspezifischer Kennzeichnungen sowie gegebenenfalls Serialisierung. 
  1. Device Assembly: Zusammenführung definierter Komponenten entsprechend der jeweiligen Produktspezifikation. 
  1. Sekundärverpackung: Einlegen und Konfektionieren der Komponenten in Faltschachteln, Trays oder andere geeignete Verpackungssysteme. 
  1. In-Prozess-Kontrolle: Prüfung relevanter Merkmale wie Vollständigkeit, Positionierung und Kennzeichnung. 

Die konkrete Ausgestaltung richtet sich nach Produkt, Verpackungskonzept, Zielmarkt und den jeweiligen Qualitätsanforderungen. 

Fazit 

Die Sekundärverpackung moderner Drug Delivery Devices umfasst mehr als die reine Umhüllung eines Arzneimittels. Unterschiedliche Primärbehältnisse, Applikationssysteme und Zubehörteile erfordern abgestimmte Handling-, Assemblierungs- und Verpackungsprozesse. 

Eine modulare Verpackungsinfrastruktur kann dazu beitragen, verschiedene Produktkonfigurationen innerhalb definierter und dokumentierter Qualitätsprozesse abzubilden. Dabei bilden geeignete Materialflüsse, In-Prozess-Kontrollen und eine an das jeweilige Produkt angepasste Prozessgestaltung wichtige Voraussetzungen. 

Für Lohnkunden entsteht damit eine Option, auch komplexere Arzneimittel- und Device-Konfigurationen innerhalb einer abgestimmten Sekundärverpackungsstruktur zu verarbeiten. 

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